| Forscher, Gelehrte und Erfinder | |
| Gräber als Zeugen berühmter Nürnberger auf dem St. Johannisfriedhof | |
| Fotos, wenn nichts anderes angegeben wird - Felix Kilian | |
Foto: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, GM 1836 |
Das Gemälde des Niederländischen Malers Nicolas Neufchatel zeigt Johann Neudörffer mit einem Knaben beim Unterrichten, 1561. Die Umschrift am Bildrand zu deutsch: Johann Neudörffer bilde ich nach, gefeiert durch ganz Europa durch die unendliche Menge der Schüler der Mathematik und Schreibkunst, unvergleichlich an Erfindungskunst, eine große Zier des Vaterlandes, der Republik Nürnberg, der ich die Gestalt des höchst erwünschten Bürgers im Alter von 63 Jahren nach dem Leben gestaltet habe. Urheber Nicolas Neufchatel, ein Gast, hat also aus Dankbarkeit gegeben. Im Jahre 1561. |
| Johann Neudörffer (1497-1563): Nürnberger Schreibmeister und Mathematiker, gilt als Begründer der deutschen Schönschreibkunst. Mit seinem 1519 veröffentlichten "Fundament ... seinen Schülern zu einer unterweysung gemacht! Schuf er das erste deutsche Schriftmusterbuch. 1531 wurde er in den Großen Nürnberger Rat gewählt. KÖNIG Ferdinand (als Ferdinand I. Kaiser) ernannte ihm zum kaiserlichen Pfalzgrafen, womit seine Erhebung in den Adelsstand und die Erteilung eines Wappens verbunden war. Neudörffer erwar 1524 das unter der Burg gelegene Haus "zu den Steinböcken", nachmals Burgstraße 16.. (So Kurt Löcher "Die Gemälde des 16. Jahrhunderts". Germanisches Nationalmuseum Nürnberg. Grab-Nr. K5-677 | |
| Johannes Schöner (1477-1547) studierte in Erfurt Theologie und war unter anderem in Bamberg als Geistlicher am Stift. St. Jacob tätig. Ab 1515 besaß er eine eigene Druckerei. Später ist er nach Nürnberg gezogen, wo er sich mit der Herausgabe der Werke von Regiomantanus und Kopernikus beschäftigte. Er baute selbst Erd- und Himmelsgloben und fertigte auch die Holzschnitte dafür an. Der erste gedruckte Himmelsglobus kam um 1515 aus seiner Werkstatt. Behaim kaufte 1517 bei Schöner eine Himmelskugel für 2 ½ Gulden. Hiervon sind leider nur noch Segmente erhalten geblieben. Graf-Nr. N8-2039 |
Foto: Museum der Stadt Nürnberg - Graphische Sammlung |
| Willibald Pirckheimer (1470-1530) geboren zu Eichstätt, gestorben zu Nürnberg. Humanist und Universalgelehrter, Studium der Rechte, der Geschichte, Philosophie, Geographie und Mathematik in Padua und Pavia. Übersetzer und Herausgeber vieler antiker Schriften. Lebenslanger Freund Albrecht Dürers. Er wohnte am Herrenmarkt 6 = Hauptmarkt, Ecke Augustinerstrasse. Das Epitaph auf seinem Grab ist in dem Büchlein "Curiosa, Handwerkereptaphien-Patriziergräber auf dem St. Johannisfriedhof" auf Seite 98 abgebildet. Grab-Nr. O 6-1414 | |
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| Georg Hartmann (1489-1504 - hier kann was nicht stimmen! Wird geprüft) Mathematiker, Kompassmacher und Vikar bei St. Sebald. Geboren zu Eggolsheim. Beschäftigte sich in Italien mit Astronomie und Geographie. 1581 Vikar an St. Sebald. Befreundet mit Albrecht Dürer, Willibald Pirckheimer und Philipp Melanchton. Konstrukteur von Kompassen und Sonnenuhren. Siehe weiter die Broschüre "Curiosa, Handwerkereptaphien-Patriziergräber auf dem St. Johannisfriedhof", Seite 35. Grab-Nr. L 6-666 | ![]() |
| Johann Petreius (1497-1550) Er war seit 1523 als Buchdrucker und Verleger in Nürnberg tätig. In seinem Verlag erschienen allein in den Jahren 1524-1526 über 50 theologische Titel, in denen sich die Ereignisse und die Einführung der Reformation wiederspiegeln. 1533 druckte er die Brandenburg-Nürnbergische Kirchenordnung und erwirbt das Haus Am Ölberg 9. Dort wird neben vielen humanistischen und theologischen Werken auch die für die Wissenschaft des ganzen Abendlandes bahnbrechende Publikation des Nikolaus Kopernikus "De revolutionibusorbium coelestium" gedruckt. Sein Epitaph ist in den Mitteilungen des Bürgervereins Nr. 39/96 Seite 16 abgebildet und kurz beschrieben. Grab-Nr. K2-A15a | |
| (Tut uns leid, doch dieses Heft fehlt uns - wer hat es noch???? Anmerkung edito e.K.) | |
Foto: Felix Kilian |
Georg Palma (1543 - 1591) Stadtarzt und Büchersammler. Sein Vater ebenfalls Arzt, war in zweiter Ehe mit Margaretha Gewandschneider ( gest. 1568) verheiratet. Aus dieser Verbindung entstammte Georg der Jüngere des Namens. Dieser war nach dem Tod des Vaters (1551?) bei zwei Stiefvätern aufgewachsen. Einer davon war der Apotheker Stöberlein in Nürnberg. Als dieser 1556 starb, vermachte er sein nicht unbeträchtliches Vermögen seiner Ehefrau, Georgs leiblicher Mutter. |
| Palma studierte in Wittenberg, Tübingen und Padua Medizin und promovierte in Ingolstadt. 1568 wurde er in Nürnberg zu einem der neun Stadtärzte ernannt. 1570 zum Genannten des Größeren Rates. Seine Praxis lief gut, seine Patienten kamen, kraft seines Könnens, aus ganz Franken. Er lebte in gutem Wohlstand. 1581 kam es zum Streit zwischen den Stadtärzten und den Apothekern, weil sich Erstere ihre Kräuter bei den Kräuterweiblein besorgten und nicht bei den Apothekern. Der Streit führte letztlich zu einer Apothekerordnung (1592). Die Apotheker wurden von ihrem Senior Georg Trittler vertreten. Palma baute sich eine umfassende Büchersammlung auf, die meist aus medizinischer, theologischer und pharmakologischer Fachliteratur bestand. Diese ging 1592 in die Stadtbibliothek über und bildete den Grundstock für die heutige Einrichtung. Sein Haus befand sich oberhalb des Fembohauses Burgstrasse 17. Grab-Nr. M3-1151. | |
| Johann Sibmacher, (gest. 1611), Maler, Kupferstecher, Graphiker und Heraldiker. Johann Sibmacher war Nürnberger Kupferstecher und Ätzer. Sein Lebenswerk: mehr als 7000 gebrauchsgraphische Arbeiten. In seiner Werkstatt entstanden unter anderem die große Karte von Ungarn1595, eine Karte von Südamerika 1599/1601, ein Riesenprospekt von Nürnberg 1595, die Pflegamtskarten von Lichtenau und Hersbruck, sowie die Karte der Monarchie von Österreich. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine besonders feinfühlige Hand und eine Feinheit im Umgang mit der Nadel aus. Die Werke sind filigran und präzise ausgearbeitet. Seine besondere Stärke lag im Ornament. Sibachers bekanntestes Werk ist sein Wappenbuch, im Jahre 1605 als Erstausgabe erschienen. | |
| Der "Sibmacher" erfuhr im Laufe der Jahrhunderte weitere verbesserte und erweiterte Neuauflagen. Das Wappenbuch ist die gründlichste Bearbeitung der Familienwappen in den Ländern der deutschen Sprache. Es ist für jeden guten Heraldiker und Genealogen ein Begriff. Das Epitaph auf dem Grab zeigt einen Totenkopf mit darüber gestellter Sanduhr als Symbol für Vergänglichkeit. Links in einem Zierblatt sein Wappen, ein Sieb. Rechts das Wappen seiner Frau Anna Sophia. Darunter in einer Kartusche der schlichte Hinweis: Johann Sibmacher, Anna Sophia seiner Ehewirtin und ihrer Erben Begräbnis Anno 1603. Grab-Nr. L5-758. | |
| Philipp Camerarius (1537-1624), Ratskonsulent der Stadt Nürnberg, erster Prokanzler der reichsstädtischen Akademie Altdorf. Sohn des bekannten Humanisten Joachim Camerarius (1500-1574), des Rektors des Egidien-Gymnasiums, und Bruder des Stadtarztes und Botanikers Joachim Camerarius (1534-1599). P.C. studierte die Rechts in Leipzig und in Wittenberg. Weitere Informationen siehe Mitteilungen 39/96 - Seite 18. | |
| Basilius Besler (1561-1628), Botaniker und Apotheker. Sein Name ist mit der Anlage des Eichstätter Prunkgartens - des Hortus Eystetensis - verbunden. Prachtvoll angelegt ist das on Basilius Besler und Ludwig Jungermann in den Jahren nach 1600 unter dem gleichen Namen HORTUS EYSTETTENSIS herausgegebene Buch zu diesem Garten. Besler hat mit der Beschreibung des Gartens neue Maßstäbe gesetzt: Erstmals erscheint ein Apotheker als Herausgeber eines neuen, größeren botanischen Werkes. Besler übernahm nach dem Ableben des Nürnberger Gelehrten Joachim Camerarius ab 1599 die Aufgabe, die Eichstätter Anlage im Auftrag des Fürstbischofs J. v. Gemmingen zu vollenden. Hier blühten nun in der Folgezeit Tulpen, Narzissen, Lilien und Pfingstrosen neben Pflanzen für die Hofküche wie ".... Artischocken, Carifiol. Calipiankken, Cauliraben, Wersich, Maseran, Antifen, Kell, Weiß- und Roth Rueben, Käpfl und anderer grien Kraut, Rättig, Petersell, Zwiffel und ander Garten Specerey ....". Des weiteren zog man in den Winterhäusern "Pommerenzen, Feigen, welsche und indianische Peum". Basilius wurde als zweiter Sohn des Michael Besler (1512-1576), Prediger im Barfüßerkloster in Nürnberg, einer alten und angesehenen Nürnberger Familie und Anna, seiner Ehewirtin, am 13. Februar 1561 in Wöhrd geboren. Er legte einen eigenen botanischen Garten und eine umfangreiche Naturaliensammlung an. Im Jahre 1586 erwarb er die Apotheke "Marienbild" am Heumarkt - heute Theresienplatz -, die er bis zu seinem Tod betrieb. Nach seinem Tod wurde, angeregt durch den Franzosen Carl Plumier ein Kletterstrauch nach seinem Namen "BESLERIA" benannt. Siehe auch die Abhandlung von Dieter Pröbster "Basilius Besler, Botaniker und Apotheker" in den Mitteilungen des Bürgervereins 44/98, Seite 19. Grab-Nr. P7-2115. | |
| Sigmund von Birken (1626-1681). Dichter, Förderer der Deutschen Sprache. Präses des Pegnesichen Blumenordens. Studierte die Rechte, Philosophie und Theologie. Weiterer Text und Abbildung des Grabepitaphs in den Mitteilungen des Bürgervereins 35/94 Seite 16 f. Grab-Nr. D 8-D 54b. | |
| Christoph Jacob Trew (gesprochen Treu), (1695-1769). Arzt, Gelehrter, Verleger und Förderer der Wissenschaften, geboren in Lauf, gestorben in Nürnberg. Vater: Christoph Trew. 1. Apotheker in Lauf. Großvater: Abdias Trew, Altdorfer Professor der Mathematik und Naturwissenschaften. Nach dem Studium an der nürnbergischen Universität in Altdorf promovierte Trew dort mit 21 Jahren über das Verdauungssystem bei Ungeborenen zum Dr. med. | |
| Die finanziellen Verhältnisse seiner Familie verhindern eine sofortige Studienreise. Erst 1717 bricht er über Straßburg und die Schweiz nach Paris auf, wo er 13 Monate lang Anatomie, Chemie und Botanik studierte. In Leiden setzte er sein Studium fort und kam dann über Hamburg 1720 nach Lauf zurück, wo er eine Praxis eröffnete. Der eigentliche Grund seiner Rückkehr lag in der Erwartung einer Professur an der Universität Altdorf. Der Nürnberger Magistrat macht diesen Traum mit der Berufung des Dozenten Johann Heinrich Schulze zunichte. Trew lehnte später, nachdem er zu Ruhm gekommen war, diese wieder frei gewordene Stelle, wie auch andere Rufe, ab. Er übersiedelt 1721 nach Nürnberg und wird als begabter Arzt rasch in das medizinische Kollegium der Reichstadt aufgenommen. Trew heiratet die wohlhabende Witwe seines verstorbenen Onkels, die 10 Jahre ältere Appolonia Trew (16885 - 1773). Seine Erfolge machen ihn zu einem der gesuchtesten Ärzte Nürnbergs. 1736 wird er markgräflich ansbachischer Leibarzt und Hofrat. 1761 Senior primarius der Nürnberger Ärzteschaft. Die große Liebe seines Lebens war aber die Botanik. Er korrespondierte mit den bedeutendsten Naturforschern seiner Zeit, so mit Carl von Linne, der sogar eine Pflanzengattung, Trewla und eine ostindische Baumart, Trewia nudiflora nach ihm benannte. Einen europaweiten guten Ruf brachte ihm die Herausgabe der ersten deutschen Zeitschrift, die wissenschaftliche Originalaufsätze veröffentlichte. Berühmt wurde er aber durch die Veröffentlichung eines der prachtvollsten deutschen Pflanzenbücher "PLANTAE SELECTAE" und des "HERBARIUM BLCKWELLIANUM", letzteres mit über 600 Tafeln. Trew erhielt zahlreiche Ehrungen. An der Leopoldina in Wien, der kaiserlichen Akademie der Naturwissenschaften, deren Zeitschrift er ab 1746 herausgab, wurde er, seit 1727 Mitglied, 1742 einer ihrer Beisitzer, 1744 übernimmt er das Amt eines Direktors. Die Akademien der Wissenschaften in London und Berlin und die Botanische Gesellschaft in Florenz ernannten in zum Ehrenmitglied. Als Trew 74-jährig kinderlos verstirbt, hinterläßt er eine Bibliothek mit 3000 Werken, darunter auch eine riesige bis heute größtenteils noch nicht ausgewertete Briefmarkensammlung. Die für die damalige und auch heutige Verhältnisse gigantische Privat-Bibliothek, vermachen er und seine Frau der Universität Altdorf, von wo sie, nach Auflösung der freien Reichstadt Nürnberg an die Universität Erlangen übertragen wurde. Trews 300. Geburtstag war Anlaß zahlreicher Veranstaltungen der Universität Erlangen, der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg und der Stadt Lauf. Das Gymnasium in Lauf benannte sich nach ihm (Christoph-Jacob-Treu(!)-Gymnasium). Grab-Nr. L2-A49a | |
| Georg Philipp Harsdörfer (1607 - 1658): Jurist und Dichter. Gründer des Pegnesischen Blumenorderns. Weiterer Text und Abbildung des Grabepitaphs in den Mitteilungen 35/94 Grab-Nr. D 8-d 60a. | ![]() |
| Sigmund Theophil Staden (1607 - 1655), getauft in Kulmbach, war zu seiner Zeit der originellste und bestbezahlte Musiker Nürnbergs. Er verfaßte ein Sing-Lehrbuch für die Lorenzer Lateinschule. Er schuf die Oper "Seelewig ein Geistlich Waldgedicht oder Freudenspiel". Den Text schrieb Georg Philipp Harsdörfer, der Mitbegründer des Pegnesischen Blumenordens. Sie ist die erste erhaltene deutsche Oper. Für das Friedensmahl a 25. September 1649 komponierte Staden die musikalischen Friedensgesänge, studierte sie ein und dirigierte sie auch. Auf dem Gelände von Joachim Sandrart ist er als Dirigent auf der Empore zu sehen. Er malte und dichtete auch. Ab 1627 war er in Nürnberg Stadtpfeifer, ab 1634 bis zu seinem Tode zusätzlich Organist an St. Lorenz. Grab-Nr. K7-536. Das Epitaph eines Stadtpfeifers ist auf dem St. Rochusfriedhof zu sehen (Friedrich Lang - gest. 1608 - E6-554). | |
| Johann Christoph Volkamer: Sein Buch: Nürnbergische Hesperiden oder gründliche Beschreibung der edlen Citronat- Citronen- und Pomeranzenfrüchte, wie solche in selbiger benachbarter Gegend recht mögen eingesetzt, gewartet, erhalten und fortgebracht werden, samt einer ausführlichen Erzählung der meisten Sorten, welche teils zu Nürnberg wirklich gewachsen, teils von verschiedenen fremden Orten dahin gebracht worden, auf das accurateste gestochen". Johann Christoph betrieb einen Messinghandel, war Miteigentümer des Industriegutes Hammer bei Laufamholz und konnte sich so wirtschaftlich gesichert fast ganz seiner wissenschaftlichen Neigung, der Nürnberger Gartenkultur widmen. Er besaß selbst einen Hesperidengarten in Gostenhof, der von seinem aus Lobenstein nach Nürnberg übergesiedelten Großvater, über seinen Vater Johann Georg Volkamer, einen hochangesehenen Arzt und Mitglied der Akademie der Naturforscher, auf ihn überkommen war. Das Amt für Denkmalpflege der Stadt Nürnberg brachte auf Anregung des Bürgervereins in Erinnerung an den einst prächtigsten Barockgarten Nürnbergs eine Tafel an dem Anwesen Gostenhofer Hauptstrasse 28 an (siehe Mitteilungen des Bürgervereins 39/96). Nach Wiederentdeckung des Volkamer`schen Grabes auf dem St. Johannisfriedhof (F6-P95) ließ der Bürgerverein an dem Grabstein ein Epitaph zu seinem Gedanken anbringen ( siehe Mitteilungen des Bürgervereins 37/95, S. 15). Wegen weiterer Einzelheiten wird auf den Artikel "Zur 350. Wiederkehr des Geburtstages von Johann Christoph Volkamer" in den Mitteilungen des Bürgervereins 36/94, Seite 21 f, verwiesen. | |
| Dr. Richard Kandt (1867 - 1918), geboren zu Posen, gestorben zu Nürnberg. Nervenarzt in Bayreuth und in München. Kaiserlicher Resident in Ruanda (Deutsch-Ostafrika). Entdecker der Nilquelle. Sein Buch "Caput-Nili, eine empfindsame Reise zu den Quellen des Nils", 1904 in Berlin erschienen. Weitere Ausführungen in der Broschüre des Bürgervereins "Curiosa, Handwerkerepitaphien, Patriziergräber auf dem St. Johannisfriedhof zu Nürnberg", S. 42 Grab-Nr. I/K5-478 | |
| August Johann Rösel von Rosenhof (1705 - 1759), Naturforscher, Miniaturmaler und Kupferstecher. August Johann Rösel von Rosenhof veröffentlichte ab 1730 zwei Tafelwerke. Sie zeigen mit peinlich genauer wiedergegebenen und täuschend wahr ausgemalten Darstellungen von Insekten und Fröschen die handwerklichen und gestalterischen Fähigkeiten Rösels, die filigran und präzise gefertigten Details geben Zeugnis von einem beachtlichen zoologischen Wissen. Er war Herausgeber der seit 1746 monatlich erscheinenden "Insektenbelustigungen", eine Art graphisch aufbereiteter zoologischer Zeitschrift. 1758 Veröffentlichung vierer Bände von ihm mit Titel: "Historia naturalis ranarum nostratium", eine Naturgeschichte der einheimischen Frösche. | |
| Von einem dritten Werk über Eidechsen wurden nur die Tafeln fertig. A. J. Rösel von Rosenhof gehörte zu den bedeutendsten Zoologen und war gleichzeitig einer der genauesten Maler und Kupferstecher seiner Zeit. Er war Abkomme einer seit drei Generationen bekannten Tier- und Landschaftsmaler-Dynastie und besaß ein Haus am Egidienhof (heute Egidienberg gegenüber der Kirche). August Johann Rösel von Rosenhof ist der Schwiegervater des bekannten Nürnberger Malers C.F.C. Kleemann. Das Rundepithaph auf dem Grab weist in der Umschrift auf seinen Urgroßvater Frantz Rössel - dem Stifter des Familiengrabes - und dessen Frau Margarethe Fridtmar hin. Das Wappen selbst zeigt links das seit der Erhebung der Rös(s)els in den erblichen - Freiherrnstand 1628 verliehene Wappen: Heraldisch viergeteilt - links oben und rechts unten einen in Reitrichtung aufsteigenden Löwen und rechts oben und links unten ein diagonal geteiltes Feld mit jeweils zwei Rosen (Rösel?). Grab-Nr. I9 -1812. | |