entnommen Heft 50-2001
 
Das Gartenhaus
Barockgarten Johannisstrasse 19
 Medaillon Ostseite: Chronos - Foto: Felix Kilian Medaillon Westseite: Fortuna - Foto: Felix Kilian
Der Gartenpavillon war nicht entsprechend seiner Bedeutung genutzt worden. Er diente "erniedrigend" als Lagerraum. Erst als das Stadtjubiläum herannahte, beschloss die Stadt Nürnberg, das Gartenbauamt, auf Anregung des Bürgervereins das Gartenhaus für eine Dauerausstellung "Die Goldenen Äpfel in Nürnbergs Hesperidengärten" umzuwidmen. Die Denkmalpflege der Stadt Nürnberg unternahm die Restaurierung des Hauses.
 
Das Gartenhaus wird bestimmt als eingeschossiger Sandsteinquaderbau mit Eckpilastern, profilierten Rechteckfenstern am Eingang und einem Walmdach. Das Gartenhaus befand sich in einem vernachlässigten Zustand. Das Dach musste zu Teilen erneuert und Dachbalken mussten ersetzt werden. Die mehrfach übertünchte Stuckdecke mit Rankenornamenten wurde abgewaschen. Dabei befundete man Originalfarbenreste einer Barockbemalung. Entsprechend der Erstfassung wurde die Decke in den historischen Farben des Barocks vierfarbig neu ausgemalt: Die Rücklagen (Felder und Bänder) in hellgrün, hellgrau, ockergelb und eisenoxydrothell; die Stuckierungen sind weiß, leicht gelb. An den beiden Stirnwänden Ost und West sind Medaillons angebracht: Deren Stuckierungen sind weiß, die Rücklagen und der Rand hellgrau. Das Medaillon Ost stellt Chronos mit Sense und Sanduhr als Allegorie der Zeit und der Vergänglichkeit dar, das Medaillon West Fortuna, die Schicksals(Glücks-)göttin, mit einem Schleier gewandet und auf einer Kugel stehend als Sinnbild des zufälligen und schwankenden Glücks.
 
Der Bürgerverein bedankt sich bei der Denkmalpflege der Stadt Nürnberg für die gelungene Restaurierung des Gartenhauses und freut sich über die Wiederentdeckung eines Kleinods in St. Johannis.
 
Gartenhaus Neutorgraben 7, 1937 - Fotoarchiv Bäuerlein Gartenhaus Johannisstrasse 13 (seit 1965) - Foto: Felix Kilian